Bildmanipulation in den Medien

„Ein Bild fängt nie die Wirklichkeit als solche ein. Schon die Wahl eines Ausschnitts konstruiert eine neue Realität.“ Hierbei handelt es sich um die Beeinflussung der Leser, wie ein Bericht und auch Bilder so gestaltet sind, dass voreilige Schlüsse gezogen werden. Bilder können einerseits vom Fotografen inszeniert sein, andererseits wird eine Momentaufnahme nur schon durch dessen Anwesenheit verändert. Es kann also aus technischen Gründen schon gar nicht möglich sein, alle Seiten die Wirklichkeit abzulichten. Dabei muss nun aber grundsätzlich unterschieden werden zwischen der Manipulation der Berichterstattung,  (Nur eine Seite des Kriegs wird gezeigt) und der Fälschung von Bildern (Ein Polizist bedroht einen Zivilisten – in Wirklichkeit hilft er ihm).

  Während sich seriöse Medien ausnahmslos keine Fälschungen erlauben dürfen – einem libanesischen Fotograf, Adnan Hajj, der jahrelang für Reuters arbeitete, wurde gekündigt, weil er einer Kriegsphotographie aus Beirut mehrere Rauchsäulen anfügte –  nützt der Boulevardmedien die Bildbearbeitung schamlos aus.

So werden, meist für politische Zwecke, Personen unterschiedlich bearbeitet; dies kann am folgenden Beispiel gut illustriert werden. Etliche Medien veröffentlichen das Bild der dpa, in dem die Bundeskanzlerin mit gut sichtbarem Schweissfleck unter dem Arm der Menge zuwinkt. Nur beim Bayrischen Rundfunk erschien die Kleidung makellos – sofort tauchte die Frage auf: Dürfen Politiker nicht schwitzen? Stellt es Merkel in ein schlechtes Licht? Ist der BR konservativ?Zuerst verleugnete BR die Bildmanipulation, später aber wurde zugegeben, ein freier Mitarbeiter habe den Fleck tatsächlich retuschiert.

Auch Nicolas Sarkozy wurde schon „Opfer“ einer Bildbearbeitung. Ihm wurden aus einem Urlaubsfoto vom französischen Klatschblatt „Paris Match“dezent die Speckröllchen wegretouschiert; der Verleger von „Paris Match“, Arnaud Lagardère, ist mit Sarkozy befreundet.

Ein anderer Fall von Manipulation eines Pressefotos bei dem nicht aus politischen Gründen bearbeitet wurde, ist das Bild von Prinzessin Diana von Wales. Als im Sommer 1997 über eine Affäre Dianas mit Dodi al-Fayed spekuliert wurde, druckte die britische Boulevardzeitung „The Mirror“ ein Foto, das zeigte, wie sich die zwei offenbar zu einem Kuss zuwandten. Auf dem Originalbild allerdings schaute al-Fayed von der Prinzessin weg – sein Haupt war leicht gedreht worden, um „das Bild, das alle wollten“ zu erzeugen.

Das Original – Dodi al-Fayed schaut in die entgegengesetzte Richtung

Mit einem einzigartigen Schnappschuss grosse Schlagzeilen zu schreiben, ist das Ziel aller Pressefotografen. Doch wird dieser Druck zu hoch und haben sie das möglicherweise Gefühl, ihre Fotos werden diesen Anforderungen nicht gerecht, können sie leicht zur Bildmanipulation verleitet werden.
Die Betrachter von Pressefotos schenken den Aufnahmen häufig zuviel Glaubwürdigkeit. Deshalb müssen Pressefotos, die technisch bearbeitet werden, nun gekennzeichnet werden. Denn wenn das gleiche Foto in verschiedenen Versionen veröffentlicht wird, schadet dies der Glaubwürdigkeit der Medien.
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